Logo: Der Begriff Fortschritt in verschiedenen Kulturen
Logos: GIZ, Goethe-Institut

Der Begriff Fortschritt in unterschiedlichen Kulturen | Die Idee

Navigation überspringen
Teaserbild: Foto von Joseph Madisia, Windhoek, Namibia: Eine auf Coca-Cola durstige Ziege? Vor einem Kiosk im ländlichen Raum steht eine Ziege vor Coca-Cola-Getränkekisten. "Seit der Unabhängigkeit Namibias 1990 sind Produkte aus der „ersten“ Welt, wie Coca-Cola, sogar bis in die in die von Dürre betroffenen ländlichen Gebiete vorgedrungen. Und das in einem Ausmaß, dass man sich fragt, ob die Ziege auf dem Bild mit den Getränkekästen im Hintergrund nicht auch schon etwas wählerisch geworden ist, und Coca-Cola Wasser vorzieht."
Teaserbild: Foto von Joseph Madisia, Windhoek, Namibia: Eine auf Coca-Cola durstige Ziege? Vor einem Kiosk im ländlichen Raum steht eine Ziege vor Coca-Cola-Getränkekisten. 'Seit der Unabhängigkeit Namibias 1990 sind Produkte aus der „ersten“ Welt, wie Coca-Cola, sogar bis in die in die von Dürre betroffenen ländlichen Gebiete vorgedrungen. Und das in einem Ausmaß, dass man sich fragt, ob die Ziege auf dem Bild mit den Getränkekästen im Hintergrund nicht auch schon etwas wählerisch geworden ist, und Coca-Cola Wasser vorzieht.'
Ende des Navigationsbereiches

Idee

Fortschritt, der: positiv bewertete Weiterentwicklung, Erreichung einer höheren Stufe der Entwicklung.
Duden „Das große Wörterbuch der deutschen Sprache“, zehn Bände, 1999

Initiale: Z

usammenarbeit für nachhaltige Entwicklung kann weltweit nur gelingen, wenn sich die Partner über Ziele und Interessen verständigen und sich klar sind, welche Werte dabei zugrunde liegen. Aber wie kann man sich hier verständigen? Und: um welche Themen geht es bei diesem Austausch?

Eines der Themen ist Fortschritt – scheint er doch Ziel jedes menschlichen Strebens zu sein. Aber was bedeutet Fortschritt eigentlich für den Einzelnen? Was für unsere globalisierte Gesellschaft? Welche Hoffnungen und Ängste löst dieser Begriff aus? Wie sieht der Weg zu mehr Fortschritt aus und wer will ihn in welcher Konstellation gehen?

Diese Überlegungen waren Grundlage des Projekts, das GIZ und Goethe-Institut 2004 starteten: „Fortschritt“ wird nicht überall auf der Welt in derselben Weise verstanden. Ob und wie Fortschritt definiert und bemessen wird, hängen von der Kultur ab, die sich diese Frage stellt. Moderne – ein Begriff, der gern mit Fortschritt verbunden wird - ist nicht auf die westliche Welt beschränkt, sie ist global und pluralistisch; die Aufgabe aller besteht darin, zu verstehen, wie unterschiedlich sie sich an unterschiedlichen Orten auswirkt. Dabei helfen Erklärungen, die abstrakt auf allgemeine Entfremdung oder kulturellen Relativismus verweisen, wenig weiter. Was wir brauchen, ist ein interkultureller Dialog, in dem die Partner die Werte diskutieren, die sie zum Handeln antreiben. Für die internationale Zusammenarbeit ist dieser Austausch elementar, wenn sie Entwicklung nachhaltig gestalten will.

Progress is only progress if one can preserve one’s own culture. It is about participating in the world at large while retaining one’s identity.
Prof. Tjama Tjivikua, Rector of the Polytechnic Namibia. Teilnehmer am Fortschrittsprojekt

„Was ist Fortschritt?“ ist eine vermeintlich einfache Frage. Aber sind es nicht gerade diese, die wir uns oft scheuen zu stellen? Weil es pathetisch, weil es naiv klingt? Oder weil sie uns zwingen, zu den Grundwerten des menschlichen Zusammenlebens Stellung zu beziehen?

Ist nicht gerade das die Voraussetzung für einen weltweiten Dialog von Menschen, die in einer globalisierten Welt zusammen leben, aber kulturell, politisch, historisch und gesellschaftlich sehr unterschiedlich geprägt sind?

Und müssen nicht bei diesem Dialog alle Beteiligten lernen, zu fragen, ohne gleich eine Antwort parat zu haben? Und Antworten für sich selbst, aber nicht gleich für die anderen mit zu suchen?

Goethe-Institut und GIZ wollten für Fragen und Antworten, für Zuhören und Debattieren eine Plattform schaffen, ohne dabei eine abschließende, allgemein gültige Klärung des Fortschrittsbegriffs anzustreben. Das Ziel war daher (vermeintlich) bescheiden formuliert: Wir wollen für die Pluralität des Fortschrittsbegriffs und die Vielfalt seiner Ausgestaltung sensibilisieren. Und wir wollen dafür werben, mit den Unterschieden produktiv umzugehen.