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Der Begriff Fortschritt | Wirkung in Deutschland

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Teaserbild: Foto von Silvia Cuellar, Bolivien: "CocaChe. Hof der staatlichen Universidad Mayor San Andres.Früher war Che Guevara das Idol aller Studenten. Nun ist der Fortschritt mit Coca-Cola und “wahren Freunden” eingezogen und fällt mindestens so stark ins Auge wie der Revolutionär."
Teaserbild: Foto von Silvia Cuellar, Bolivien: 'CocaChe. Hof der staatlichen Universidad Mayor San Andres.Früher war Che Guevara das Idol aller Studenten. Nun ist der Fortschritt mit Coca-Cola und “wahren Freunden” eingezogen und fällt mindestens so stark ins Auge wie der Revolutionär.'
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Hierzulande

Sensibilisierung

Initiale: I

n Deutschland erreichte das Fortschrittsprojekt die Öffentlichkeit auf zwei Wegen: Die Wochenzeitung ‚Die Zeit’ berichtete als Medienpartner exklusiv von den ersten drei Konferenzen in Ägypten, Bolivien und Indien und begleitete das Projekt auf seiner Reise durch die Welt. Am Ende aller regionalen Konferenzen setzten sich Entscheidungsträger der internationalen Zusammenarbeit im Rahmen einer öffentlichen Konferenz in Berlin mit dem Fortschrittsbegriff in unterschiedlichen Kulturen auseinander. Ausgesuchte Projektteilnehmer aus Ägypten, Bolivien, Deutschland, Indien, Namibia und Russland stellten dem deutschen, interdisziplinär zusammengestellten Publikum dar, welche Assoziationen „Fortschritt“ bei ihnen hervorruft, welche Prioritäten in ihrer Region von Bedeutung sind, welche Konzepte bzw. welches Handeln die Frage nach dem Fortschritt für die Zukunftsgestaltung ihres Landes nach sich zieht und welche Emotionen, Ängste, aber auch Hoffnungen der Gedanke an Fortschritt in einer globalisierten Welt weckt. Die Politiker, Ministerialbeamten, Kulturmittler, Vertreter internationaler Organisationen und Journalisten diskutierten anschließend mit ihnen über die Bedeutung, die diese Erkenntnisse für die internationale Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung haben.

Auch in unserer Dialog-Arbeit hier im Auswärtigen Amt stoßen wir immer wieder auf Hindernisse im Dialog mit unseren Partnern, die sich aus unterschiedlichen Definitionen gewisser Grundbegriffe wie ‚Freiheit’, ‚Menschenrechte’, aber eben auch aus ‚Fortschritt’ ergeben. Die Diskussion, die Sie innerhalb Ihres Projektes in Gang setzen, finde ich deswegen richtig und wichtig.
Botschafter Dr. Gunter Mulack, Beauftragter für den Dialog mit der islamischen Welt, Dialog der Kulturen, Auswärtiges Amt

Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung

Initiale: D

ie Teilnehmer des Projekts verdeutlichten in der öffentlichen Debatte, wie eng der Fortschrittsbegriff mit aktuellen gesellschaftspolitischen Diskursen im eigenen Land verbunden ist. Die Begegnung mit dem deutschen Publikum machte einmal mehr deutlich, dass ein kontinuierlicher Austausch über Zukunftsfragen und ein Aushandeln über Prioritäten Teil nachhaltiger Entwicklung sein müssen. Auch wir müssen uns immer wieder diesen Fragen stellen, wenn wir unsere Zukunft partnerschaftlich gestalten wollen.

Impuls für die Politik

Initiale: A

ls Premiere erlebte das deutsche Publikum nicht nur den gemeinsamen Auftritt von Goethe-Institut und GIZ, die in dieser Form noch nie kooperiert hatten. Auch die beiden Bundesressorts Auswärtiges Amt und Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), in deren Auftrag Goethe-Institut und GIZ tätig sind, erkannten, welche Dynamik im Schnittfeld von Kultur und Entwicklung liegt und wie bedeutend dies für die internationale Zusammenarbeit ist. Auch in Deutschland leitete das Fortschrittsprojekt damit ein Umdenken ein, das sich heute in internationalen Abkommen wie der UNESCO-Konvention zum „Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ niederschlägt: Kultur ist ohne Entwicklung machtlos, während Entwicklung ohne Kultur blind ist.

Institutionelle Zusammenarbeit

Initiale: G

oethe-Institut und GIZ praktizieren den interdisziplinären Ansatz vermehrt in ihren Projekten, und auch die Zusammenarbeit beider Organisationen ist selbstverständlich geworden. Im gleichnamigen Folgeprojekt erörterten sie, was die Verbindung von „Kultur und Entwicklung“ konkret für ihre Arbeit im Ausland bedeutet.

Seit dem Fortschrittsprojekt agieren beide Organisationen weltweit und selbstverständlich als Kooperationspartner. Diese Öffnung ebnet den Weg zu einer Internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung, die mehrere Politikfelder miteinander vereint und damit der Komplexität der Anforderungen vor Ort gerecht werden kann.

Nachhaltigkeit

Initiale: D

ie Diskussion um den Fortschrittsbegriff findet sich in abgewandelter Form in zahlreichen Aktivitäten wieder, die u.a. vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt werden. Die Beschäftigung mit dieser Frage wird zudem eigeninitiativ fortgeführt, wie die Gründung einer NGO in Kairo durch eine Jugendgruppe eindrücklich belegt. Im Jahresthema der GIZ 2008 „Zukunft mit MehrWert“ werden ähnliche Fragen aufgegriffen und im Kontext von Demokratie und sozialer Marktwirtschaft diskutiert.

Die Zerstörung der Natur mit dem Ziel, Geld anzuhäufen kann für uns nicht das Ziel des Fortschritts sein. Fortschritt muss von unserem Standpunkt aus in allen Aspekten der Kultur verstanden werden, nicht nur als eine wirtschaftliche, sondern als eine kulturelle, soziopolitische UND wirtschaftliche Entwicklung.
Pedro Pinto Supepí, Chiquitano, Berater für die Schulbildung in Concepción, Bolivien. Teilnehmer am Fortschrittsprojekt

Insgesamt zeigt die internationale Debatte um die Bedeutung von Kultur für Entwicklungsprozesse, dass die Weltöffentlichkeit in den letzten Jahren für kulturelle Vielfalt sensibilisiert wurde. Die Frage nach dem Fortschrittsbegriff in unterschiedlichen Kulturen wurde offenbar zum richtigen Zeitpunkt gestellt und die Diskussion darüber konnte ihren Beitrag zu diesem Austausch leisten.